Erhoehte Gehirnaktivitaet (Salta – San Pedro – Potosi)

Ich wollte doch gar nicht nach Chile. Bin dann aber doch dort gelandet. In San Pedro de Atacama. Wer organsiert das hier eigentlich alles? Ich werde mich bei der Reiseleitung beschweren. Allein schon die Fahrt von Jujuy in Argentinien war spekatakulaer. Der Grenzuebergang liegt auf 4300m Hoehe irgendwo im Nichts, ueber 100km vom naechsten Ort entfernt. Was es auf der Hoehe zwischen Argentinien und Chile, ausser Kopfschmerzen, sonst noch so gibt seht ihr auf dem Bild hier:

Wie der Name schon sagt liegt San Pedro in der der Atacama Wueste. Sie gilt als die Trockenste der Erde. Es gibt aber trotzdem Leben dort. Bicahunas, Steinhuepfer und Kaefer zum Beispiel. Von San Pedro habe ich mit Chris aus Australien zu Fuss und dem Fahrrad staubige Tagestouren unternommen, die uns Bilder wie diese beschert haben

In San Pedro kann man sich einen Jeep mit Fahrer mieten und innerhalb von drei Tagen durch die Anden und Wuesten nach Uyuni in Bolivien fahren. Haben wir auch gemacht. Das Ganze ist ziemlich touristisch und nicht wirklich so abenteuerlich wie es sich anhoert, dafuer aber nachts uebertrieben kalt. Gegen die Kaelte hab ich noch fuer teuer Geld Alpaka Wollpulli, Handschuhe und Muetze gekauft, bis ich wie ein Model aus einem Alpakabekleidungskatalog fuer Touristen aussah. Daemlicher seh ich eigentlich nur aus, wenn ich friere. Deshalb.

Ich hatte schon in Salta Leute aus Mannheim, Wien und Tel Aviv kennen gelernt. Dazu noch Chris und ich und der Jeep war mit 6 Leuten voll.
Unser Fahrer muss 355 Tage im Jahr arbeiten und sieht dabei seine Familie alle drei Tage fuer ca. 12 Stunden. Ich weiss nich, was ich davon halten soll, denn egal wie viel er arbeitet, er wird niemals genug Geld haben, um mal eben fuer ein Jahr auf Weltreise zu gehen. Solche Gegebenheiten machen es nicht immer leicht fuer mich in arme Laender wie Bolivien, Laos oder Kambodscha zu reisen. Auf der anderen Seite kann ich es aber auch nicht sein lassen.

Zwischendurch kamen wir auf 5000m an, um Geysiere zu riechen. Gegen Hoehenkrankheit haben wir Coca gekaut, was in Bolivien eine Kulturpflanze ist (also wie in Deutschland Bier).
Hoehepunkt der Fahrt von San Pedro nach Uyuni ist Salar de Uyuni, der groesste Salzsee der Erde. Wertvoller als das Salz sind aber die Lithiumvorkommen unter dem Salz. Lithium wird, z.B. fuer die Produktion von Autobatterien verwendet. Und wie das nunmal so ist, hat das Geschacher um moegliche Abbaulizenzen bereits begonnen. Westliche Firmen draengen auf den Markt. Noch ist der Salzsee aber in Besitz der bolivianischen Regierung.
Mal sehen, wie lange es noch dauert bis das Demkokratieverstaendnis in Bolivien bemaengelt wird. Ueberhaupt hat Bolivien gute Vorraussetungen, um in westlichen Staaten einem medialen Shitstorm ausgesetzt zu werden: Sozialistisch, machen nicht was die EU oder die USA wollen, sympathisierern mit Staaten wie Venezuela, wollen ihre Rohstoffe nicht privatisieren usw. Und wer sich jetzt fragt, was der da ueberhaupt schreibt, kann sich das hier durchlesen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/rares-element-lithium-mangel-bedroht-die-auto-revolution-a-649579.html
http://www.zeit.de/2010/21/DOS-Lithium

Wir sind mitlerweile mit dem Bus in Potosi angekommen. Potosi ist die hoechstgelegenste Stadt der Welt auf 4070m und super. Bekannt fuer seinen Silberabbau. Man kann 14 jaehrigen Kindern in der Mine beim Bergbau zu gucken, die waehrend der knieenden Arbeit zwei Beutel Coca am Tag kauen und dazu Whiskey mit Orangensaft trinken. Ich habe mir den Anblick erspart. Wer braucht eigentlich Silber?

Mein Gehirn ist durch die Hoehe mitlerweile aufs Wesentliche komprimiert worden. Schrumpfkopf sozusagen. Dazu noch ein Kauderwelsch aus mehreren Sprachen und der ganze Cosmoprolet steht neben sich. My tete ist kenyang, lleno, full, voll. Donde esta la carbeza? Arriba? Abajo? O a la izquierda? Quizas a la derecha? No se ahora, pero muchas gracias para vuestro atencion. Suerte!

Hottentottenmukke (Gualeguaychu – Tucuman – Salta)

Wir muessen mal ueber Gualeguaychu sprechen. Dringend. Jedem dem ich erzaehle, dass ich gerne da bin, fragt, ob ich Karneval mag, denn dafuer ist es hier bekannt. Hmm, geht so.
Ansonsten ist das ist so ein Ort in dem das ganze Jahr ueber nix los. Ausser an Karneval halt oder Festivals. Und als ich diesmal dort war, hat dort ein gewisser Indio Solari ein Konzert vor 170 000 Menschen gegeben. Ich glaube, das Gesicht von Indio (Markenzeichen: Glatze und Sonnenbrille), ist das meist abgedruckte Gesicht derzeit in Argentinien. Haufiger als das von Che Guevara. Es gibt Indio Tassen, Indio T shirts, Indio Taschen usw. Immer mit dem gleichen Motiv.

Die ganze Stadt war jedenfalls voll und ausgebucht. Aber zum Glueck erst am naechsten Tag. Als ich der Dame in der Touristeninfo erzaehlte, dass ich zum dritten Mal in Gualguaychu sei und die Atmosphaere am Fluss mag, erklaerte sie mir, dass es dort zur Zeit nicht so schoen waer, da in der Stadt ein „Festival de Rock“ ist und am Fluss Festivalbesucher Alkohol trinken und Marihuana rauchen. Ich bin natuerlich sofort meiner deutschen Spiessbuergerpflicht nach gekommen, zum Fluss gegangen und habe mir das mal persoenlich angeguckt. Und es kam sogar noch noch schlimmer, denn sie haben nicht nur geraucht und gesoffen, sondern auch noch dort gezeltet und Rockmusik gehoert. Furchtbar.

Ich bin also weiter nach Parana, wo ich ja auch schonmal war. Und wie es numal so ist, wenn man unkonzentriert ist, hab ich meine Waesche in der Waescherei vergessen. Samstag nachmittag. Jetzt wollte ich den Sonntag aber nich auch noch in Parana bleiben, also bin ich nur mit den Klamotten am Koerper und halbleerem Rucksack fuer zwei Tage nach Rosario, der Heimatstadt von Che Guevara und Lionel Messi gefahren. “ Zwei Stunden Busfahrt von meiner Waesche getrennt.

Nachdem ich die dann abgeholt hatte gings weiter nach Tucuman, wo ich mich an Ostern zum ersten Mal gelangweilt habe auf dieser Reise. Es war alles geschlossen und die Strassen leer.

Cafayate dagegen ist eine Stadt in der alte Menschen in schicken Restaurants sitzen und Wein trinken. Also alles unter Kontrolle.

Ein absolutes Highlight dieser Reise ist allerdings die Landschaft zwischen Tucuman und Cafayate bzw. noerdlich von Cafayate, wie ihr auf den Bildern sehen koennt. Ich bin mit Bus, per Anhalter und dem Fahrrad gefahren, hatte fuer einen Tag Begleitung von einem Hund und habe die 1000 Jahre alten Ruinen von Qulimes besichtigt. In den Doerfern, dazwischen wie Amaicha, Tafi und El Mollar geht es so ruhig zu, dass die Geldtransporte hoechstens mit Wasserpistolen statt Schrotflinten bewacht werden.

Weiter geht es nach Bolivien. Argentinier gelten in Suedamerika als impulsiv und arrogant. Ich habe mir, bis zu meiner Rueckkehr im Juni, vorgenommen impulsiver und arroganter zu werden und besser spanisch lernen, um nicht aufzufallen.

Tor!!! (Buenos Aires – Montevideo – Fray Bentos)

Was macht man, wenn man nach nur zwei Stunden Schlaf am Flughafen total uebermuedet in Montevideo ankommt? Richtig! Erstmal ins Fussballmuseum gehen. Das wiederum ist im ersten WM Stadion von 1930 untergebracht . So ein bisschen Kultur kann ja hoffentlich nicht schaden. Tja und Uruguay hat einfach alles gewonnen, was man im Fussball gewinnen kann (ausser die Europameisterschaft vielleicht), was fuer ein kleines Land mit 3,4 Millionen Einwohnern echt bemerkenswert ist.

Uruguay hatte ich vor der Reise nicht so wirklich auf der Rechnung, trotzdem ist es unbedingt eine Reise Wert, wenn man mal abschalten will. Landschaftlich hat es nicht viel ausser Straende und Ackerbau zu bieten, aber es herrscht einfach eine unfassbar relaxte Atmosphere mit total netten Leuten. Ueberall. Ich war jedenfalls noch nie in einer so ruhigen Millionenstadt wie Montevideo. Ich glaube, die heben sich die Energie auf, um auf dem Fussballplatz explodieren zu koennen.

Viel zu erzaehlen gibt es eigentlich nicht. Zum Essen und Trinken gibt es wie in Argentinien vor allem Fleisch und Mate.
Nach Montevideo bin ich geflogen, weil ich von Jakarta nach Buen0s Aires kein Ticket fuer eine Rueckreise bzw. Weiterreise hatte, was zu Problemen bei der Einreise fuehren kann. Deshalb hatte ich mir in Asien den guenstigstes Weiterflug von Buenos Aires gebucht. Und der war halt nach Montevideo, was sich ja auch gelohnt hat.
Ausserdem war ich noch in Colonia, was eine schoene ehemalige Kolonialstadt ist. Da die Faehre von dort zurueck nach Bunos Aires, wie das ganze Land, ein wenig teuer war, bin ich nach Fray Bentos mit dem Bus und habe dort die Grenze nach Gualeguaychu in Argentinien ueberquert.

Ich mag uebrigens keine Feiertage. Schon gar nicht auf Reisen. Es ist einfach total langweilig. In Deutschland muss ich sowieso arbeiten an Feiertagen und auf Reisen fahren kaum Busse und alles ist voll, geschlossen oder ueberteuert. Manchmal sitzt man dann regelrecht fest. So wie heute. Wer jetzt aber denkt, dass die Feiertage an denen am Meisten los ist Weihnachten oder Ostern sind, der irrt, denn der Feiertag an dem wirklich gar nichts mehr geht ist… na, wer weiss es? …Niemand?!… na klar, Chinese New Year! Denn da war wirklich alles voll und ich musste das teuerste Zimmer bisher nehmen. Eine Milliarde Chinesen machen Party. Drei Tage lang. Ueberall in Asien. Ich war damals in Bukittingi (der Tag an dem ich erfahren hab, dass der Bus in Flammen aufgegangen ist) und im Bus im Sueden von Sumatra. Und weil ich daran uebrhaupt nich mehr denken mag, endet der Eintrag an dieser Stelle.

Quadratisch! Praktisch! Rittersport Stadtplanung! (Buenos Aires – Puerto Iguazu – Santa Fe)

Mein Besuch aus Deutschland begann mit einem Knall. Und zwar auf der Demonstration in Buenos Aires, die wir direkt am ersten Tag aus sicherer Entfernung beobachtet haben. Es flogen Boeller und Feuerwerkskoerper. Die Polzei beobachtete das auch aus grosser Entfernung und unternahm nichts. Das wars. Nix weiter. Deeskalation geglueckt. In Deutschland waer das vielleicht anders abgelaufen. Oder in anderen Laendern. Da haets dann evtl. mal richtig Einen gegeben. Ich schwoer! In Thailand wars aehnlich. Dort wurden von den Demonstranten tagelang ganze Strassen blockiert. Auch hier wurde erstmal nichts gegen unternommen. Solange blieb es auch dort friedlich. Ich mag die Protestkultur in Argentinien, die ein grosser Bestandteil des Landes ist. Ich weiss nicht wieviel Demonstrationen ich in den letzten fuenf Wochen zufaellig gesehen ab. Irgendwo scheint immer eine zu sein. Alle friedlich.

Und ich mag auch Staedte wie Gualeguaychu und Parana. Sie wirken irgendwie verschlafen aber manchmal kommt es einem so vor als ob ploetzlich einer „Action!“ ruft und dann geht es auch schon los. Zum Beispiel in Gualeguaychu waehrend Karneval oder bei Rockfestivals. Dazu aber im naechsten Beitrag was. In Parana war an einem Abend auch wieder eine Demonstration und direkt am naechsten Morgen passierte Folgendes: waehrend wir auf dem Weg zum Busbahnhof waren, habe ich einen Herren mit einer beinlangen Schrotflinte auf dem Gehweg gesehen. Click – click… Baeng! Und das obwohl ueberhaupt keine Zombies in der Naehe waren. Muss man sich mal vorstellen. Ich hab in meinem Leben noch nie eine Schrotflinte gesehen. Er hat einen Geldtransport bewacht und waehrend ich im Vorbeigehen die ganze Zeit auf die Wumme starre, hoerte ich auf einmal jemanden sagen: „¡Cuidado! La sangre!“. „Sangre“, moment mal, das Wort kannte ich doch von meinem Zahnarztbesuch in Buenos Aires. Ich guckte dem Finger von einem Polizisten neben mir hinterher und sah Blutspritzer auf dem Gehweg, direkt vor mir und konnte grad noch einen grossen Schritt drueber machen. Daneben zwei Ganoven auf dem Bauch liegend, mit dem Gesicht auf dem Boden und die Arme hinter dem Ruecken mit Handschellen gefesselt, bewacht von drei Polizisten. Den Typ mit der Schrotflinte hat das ueberhaupt nicht interessiert, obwohl er nur fuenf Meter weit weg stand. Logisch! Er musste ja den Geldtransport bewachen. Direkt im Anschluss, musste ich nochmal zurueck in die Innenstadt. Die war teilweise abgesperrt und eine Dame hatte sich mit einer riesigen Eisenkette an eine Tuer vor einer Bank angekettet. Zwei Polizisten neben ihr. Das alles passierte innerhalb von 15 Stunden. Willkommen in Suedamerika!

Hier is also richtig was los. Ich habe mitlerweile auch nicht Wenige getroffen die hier, besonders in Buenos Aires ueberfallen wurden. Teilweise am hellichsten Tag. Nachdem wir in Gualeguaychu zwei Tage am Fluss entspannt haben und bevor wir in Parana am Fluss entspannt haben, waren wir noch in Iguazu und in San Ignacio. Zu Iguazu muss man, glaub ich, nichts schreiben. Das Bild unter diesem Absatz spricht wohl fuer sich.
In San Ignacio kann man die Ruinen einer Jesuitenmission besichtigen. Sah von aussen total langweilig aus, deshalb sind wir lieber dort durch einen Nationalpark gelaufen und haben kurz nach Paraguay rueber geguckt und haben mitten im Wald, Kilometer von der naechsten Klaeinstadt entfernt, eine Ruine vom Haus von Martin Bormann gefunden, der nach dem Zweiten Weltkrieg hierhin geflohen war, obwohl er fuer Tod erklaert und bei den Nuernberger Prozessen in Abwesenheit zu Tode verurteilt wurde.

In Santa Fe waren wir auch noch, aber irgendwie faellt mir dazu nix ein. Doch: wir sind von dort nach Cayasta gefahren und haben uns Ausgrabungen des urspurenglichen Santa Fes angeguckt. Ich mag die argentinische Provinz. Zum Schluss ging es wieder zurueck nach Buenos Aires und fuer mich alleine weiter. Wilde Tiere wie (Vogel)Spinnen, Affen, Schlangen, Nasenbaeren (nichts zum Essen) und streunende Hunde, die einem Gesellschaft leisten wollen und ueberfahrende Schmetterlinge waren wahrend der zwei Wochen inklusive. Nasenbaeren sind dabei ungefaehr das was Makaken in Asien sind. Suess und niedlich, aber ziemlich frech. Und staendig bereit was zu futtern. Wer wissen will was es mit der kruden Ueberschrift auf sich hat, kann sich einfach einen Stadtplan von argentinischen Staedten angucken. Voll didaktisch, um mal ein Fremdwort einzubauen. Foerdern und Fordern. ¡Suerte!

Volle Droehnung (Jakarta – Buenos Aires)

Fuer mich war immer klar, meine Rueckkehr nach Argentinien wuerde gloreich sein, nachdem ich 2008 schonmal hier war. War sie aber nicht. War total unspektakulaer. Nach 28 Stunden Flug mit einmal umsteigen in Doha war ich stehend k.o. und bin in Buenos Aires nur noch ins Bett gefallen. Auf vielfache Nachfrage hin: es gibt keine Direktfluege von Asien nach Suedamerika. Der Weg is zu lang. Es geht nur mit zurueck fliegen ueber, z.B. Doha, Dubai oder aber von Bangkok nach Suedafrika und von dort weiter. Oder von Neuseeland aus nach Santiago de Chile.

Dieser blog hat uebrigens kein Konzept. Ich weiss nicht, ob das schonmal jemandem aufgefallen ist. Soll ich mehr Infos ueber die einzelnen Laender, Unternehmungen oder persoenliches schreiben? Vielleicht auch kritisches? Ich bin mir immer noch nicht sicher. Waehrend meiner Unizeit habe ich nur einen Schein nicht bestanden und das war der, wo wir im Seminar ein Konzept schreiben sollten. Sozusagen habe ich in der Uni gelernt einen blog ohne Konzept zu schreiben und das sogar noch auf Kosten des Steuerzahlers. Also euch.

Ich erinner mich noch an Bali. ich war mit Claudio, Caterine und Mino (kennt ihr alle nicht) zum Fruehstueck verabredet und Claudio meinte wohl noch zu den anderen Beiden: „Der ist Deutscher. Wir muessen puenktlich sein!“ Und jetzt ratet mal wer zu spaet kam. Genau.
So wars auch in Jakarta. Ich hatte mich dort mit meinen Freunden von dort verabredet und kam ueber eine Stunde zu spaet. Verloren gegangen im Grossstadtdschungel von Jakarta. Zwei Stunden mit voellig ueberfuellten Bussen unterwegs gewesen. Zwei Stunden lang warten, stehen, draengeln, schubsen und angestarrt und angequatscht werden. Und ich sag euch: wenn der Bus in Deutschland voll ist, ist er das in Jakarta noch lange nicht. Und wenn es weder vor noch zurueck geht und man denkt „jetzt passt aber wirklich keiner mehr rein“, dann steigen noch 2 Jungs mit ner Gitarre ein und fangen an zu singen. Zurueck gelegt hab ich in den 2 Stunden 11.4 Kilometer und damit bewegt man sich grad mal nur in einem Teil der Innenstadt. Es ist einfach riesig, schnell und laut dieses Jakarta.
Ich hatte Indonesier in Thailand getroffen und die hatten mich gewarnt. Ich damals geantwortet, dass ich mir das vorstellen kann, da ich in Kambodscha und Viet Nam war, aber das war naiv und arrogant von mir. Als bule kennt man dann ja auch noch die Welt ausm Fernsehen und der Zeitung. Das is da, wo „how I met your mother“ laeuft und immer alles in gut und boese aufgeteilt wird. Boese oder ruekstaendig sind natuerlich immer nur die Anderen, die nicht nach westlichen Werten, Gesellschafftsformen oder politischen Systemen leben (wollen). Propaganda halt. Vielleicht nicht staatlich gesteuert, aber Meinungsmache.

Ich habe gelernt, die Laender so zu nehmen wie sie sind. Am besten laesst man seine Werte zu hause, wenn man lange reist, denn es bringt oft nichts diese im Rucksack mitzunehmen und sie auf Asien oder sonstwo versuchen zu uebertragen. Wenn man das nicht kann, isses besser woanders hinzufahren. Frankreich ist auch schoen.
Wie gesagt, ich kam zu spaet an. Und alle hatten zugesagt. Kein „keine Zeit“ oder „ich wuerde ja gerne, aber…“, wie es mich in Deutschland immer ausbremst. Egal, ob ich sowas sagen muss oder Andere. Das Erste was Ovy meinte, als sie meinen indonesischen Haarschnitt aus B. Lampung sah war: „Looks like shit!“ Soviel entwaffnende Ehrlichkeit muss man einfach gern haben.

Da ich ja mal behauptet habe, dass es schoenere Staedte als Jakarta gibt. Das was ihr im Beitrag eingestreut seht, ist ein Panoramablick von Jakarta. Ihr koennt also selbst entscheiden, ob es euch gefaellt oder nicht.

Was gibts zu Buenos Aires zu sagen? Es steht immer noch da, wo es auch schon 2008 stand und ist genau so interessant und schoen wie damals. Und entspannt im Vergleich zu Jakarta. Schon komisch, wenn man sich in einer Millionenstadt erholen kann. Der Freizeitpaedagoge erkennt natuerlich sofort, dass es keine Kinderwagen gibt, sondern die Kinder getragen und unterwegs gestillt werden. Viele laufen mit Mateteebechern rum und ueberall rufen sie „cambio“, wollen Dollar oder Euro tauschen. In Argentinien ist derzeit Inflation und die Preise steigen maechtig und rasant an. Ich wunder mich, wie Argentinier, bei ihrem durchschnittlichen Gehalt, die Preise in den Geschaeften noch zahlen koennen. Generell hab ich, je laenger ich reise, das Gefuehl immer duemmer zu werden, denn es gibt fuer mich mehr und mehr Fragen als Antworten. Und das liegt nicht daran, weil ich mir in Asien so oft den Kopf gestossen habe. Hoffentlich nicht. Mal sehen wo das Beides noch hinfuehrt. Das mit den Preisen in Argentinien und mit den Fragen.

Und noch ein bisschen Buenos Aires




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